Gespräch mit einer Zeitzeugin aus Ravensbrück am 4. Juni 2010

Helga Luther war schon oft in Schwedter Schulen zu Gast, um den Schülern aus ihrem bewegten Leben zu erzählen. Sie ist eine der Frauen, die Ravensbrück überlebt haben. Diesmal besuchte sie auf Einladung von Mike Bischoff die Dreiklang Oberschule in Schwedt. Zunächst stellten Schüler der neunten Klassen ihr Projekt vor, das sie gemeinsam mit polnischen Jugendlichen anlässlich einer Fahrt nach Theresienstadt erarbeitet hatten. Danach berichtete Frau Luther, eine “Deutsche aus dem bürgerlichen Widerstand”, wie sie dazu kam, dem Nationalsozialismus bereits in jungen Jahren die Stirn zu bieten. Sie wurde ins KZ Ravensbrück eingeliefert, weil sie laut aussprach, was sie über Hitler und die Wehrmacht dachte. Ihre eindrucksvolle Schilderung über die Hölle von Ravensbrück machte die Zuhörer sehr betroffen. Diese zarte, zerbrechlich wirkende Frau mit den klugen und wachen Augen, die so viel Leid und Elend gesehen hatten. Nein, zerbrochen ist Helga Luther nicht. Ihr Trotz, ihr Mut und ihre Geradlinigkeit halfen ihr, das KZ nicht nur zu überleben, sondern das Erlebte auch zu verarbeiten. Auch mit 87 Jahren hält sie weiter an ihrer Lebensaufgabe fest, den Jugendlichen von den Grausamkeiten in Ravensbrück zu erzählen und sie vor der Gefahr einer “braunen Soße” zu warnen. Eine starke Frau.