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Ablehnung der polnischen AKW-Pläne

Interview im TV für die Uckermark zu den polnischen AKW-Plänen im November 2011 . hier

Landtag lehnt polnische AKW-Pläne ab

Rede im Landtag (rbb-online) Mit großer Mehrheit hat der Landtag Brandenburg die jüngst vorgelegten Pläne Polens zum Bau von Atomkraftwerken abgelehnt. Unabhängig von der konkreten Standortwahl ergeben sich bei einem Störfall auch für entferntere Regionen erhebliche Risiken, heißt es in der Begründung. „Atomare Strahlung macht an keiner Grenze halt“, so Landtagsabgeordneter Mike Bischoff. „Wenn wir jetzt nicht gegen diese Pläne Einspruch erheben, dann könnte dies als stillschweigendes Einverständnis oder sogar Zustimmung gewertet werden.“ Jeder Bundesbürger kann seinen schriftlich Einspruch gegen die AKW-Pläne einlegen. Unterschriftslisten liegen bis zum 15. Dezember 2011 auch im Bürgerbüro Schwedt, Auguststraße 2 aus. Weitere Informationen unter www.aflum.de.

Schwedt, d. 27.10.2011

Die Bürgerinitiative “AFLUM” hat im Beisein der Presse  im Schwedter Katasteramt Raum 107   öffentlich Einblick in die Umwelterklärung und das AKW-Konzept Polens genommen und uns dort offiziell in die Einsichtnahmeliste eingetragen (siehe auch den nachfolgenden Beitrag).
Zugleich wurde der Presse unser Einspruch gegen die geplanten AKW bekundet und in schriftlicher Form übergeben. Jeder Bürger hat laut EU-Recht bis spätestens 04.01.2012 die Möglichkeit seine Bedenken zu äußern und sollte dies auch unbedingt nutzen. Hier zählt einfach jede Stimme! Wir haben Ihnen daher hier folgend einen Vordruck zum Download bereitgestellt. Sie können sich natürlich auch ganz persönlich dazu äußern.
Einspruch Akw-Bau Polen_Briefvorlage.pdf Einspruch Akw-Bau Polen_Briefvorlage.doc
Wir würden uns freuen wenn Sie diese vervielfältigen und ausgefüllt direkt an die angegebene Adresse senden oder an folgenden Punkten abgeben:

- HUMMEL Naturköstlicher Lieferservice
Berliner Straße 12
16303 Schwedt

- SPD-Bürgerbüro Mike Bischoff, MdL.
Auguststraße 2
16303 Schwedt

- Uckermärkische Bühnen (Kasse)
Berliner Straße 46
16303 Schwedt/Oder

06.10.2011
Polen veröffentlicht seinen Entwurf zum Einstieg in die Kernenergieerzeugung wo laut EU Recht jeder Bürger sich (in diesem Fall vom 5. Oktober 2011 bis 4. Januar 2012) zu äußern kann oder sollte! Download der Kurzfassung ca. 16 MB PDF. Wie man sich äußern kann erfährt man schon mal bei “ContrAtom
Das Kernenergieprogramm und die Umweltuntersuchung dazu sind offenbar vor der Katastrophe in Japan erstellt und danach nicht mehr geändert worden. Ein Störfall wird für den Typ des Kernreaktors, der in Polen gebaut werden soll, aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeitausgeschlossen und nicht einmal betrachtet. Schwere Störfälle mit einem gleichzeitigen Durchbrennen eines Teils der Brennstoffhüllen und der Schmelze eines Teils des Brennstoffs „gehen über die Auslegungsstörfälle hinaus und werden … nicht in Betracht gezogen“, heißt es in der Untersuchung lapidar.
Den Supergau von Tchernobyl dürfe man bei der Gefahrenbetrachtung ebenfalls nicht mit berücksichtigen, dies sei ein ganz anderer Typ von Reaktor gewesen, heißt es in den Unterlagen.
„Das gesamte Werk ist vom Tenor her eine einzige Rechfertigung der sicheren Kernkraft. Da geht es allerhöchstens noch um Natur, sonst nur um technische Fragen wie ausreichend Kühlwasser, den Anschluss an Stromnetze oder genügend Abnehmer“.

Wir und andere Atomkraftgegner starten diesbezüglich erneut Informations- und Protestaktionen. Mehr dazu lesen Sie auch in der Märkischen Oderzeitung.

Gerne geben wir einige Erläuterungen zu dem Vorgelegten Papier und welche Möglichkeiten
die Bundesregierung und jeder einzelne Bürger hat damit umzugehen.

Im November wird es durch unsere Mitglieder mehrere Beratungs- und Informationsstände
für die Bürger geben.  Folgende Termine sind geplant.

3. November Freie Schule Angermünde, Kirchgasse 2, die Zeit wird noch bekannt gegeben
4. November vor dem Kaufland Schwedt, Platz der Befreiung, 17:00 -19:00 Uhr
5. November vor dem Kaufland Schwedt, Platz der Befreiung, 09:00 -12:00 Uhr

Die polnische Regierung plant derzeit den Bau ihrer ersten zwei Atomkraftwerke. Die Planungen sehen unter anderem in der Grenzstadt Gryfino einen möglichen und geeigneten Standort. Ein Hauptargument für den Standort ist der deutsch-polnische Grenzfluss Oder, der genügend Kühlwasser bereit stellen soll. Dagegen wurden inzwischen 20.000 Unterschriften gesammelt. Mit der Bürgerinitiative “Atomkraftfrei leben in der Uckermark ” (AflUM) hat sich starker Widerstand gegen diese Pläne organisiert.  Mehr dazu auch unter www.aflum.de

Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, dass 66 Prozent der Deutschen den Atomkraftausstieg befürworten oder ihn sogar noch beschleunigen wollen. Die Zustimmung für den Bau neuer AKW in der Region ist auf beiden Seiten der Oder sehr gering.

Schäden für die Umwelt

Um den geplanten Platz des möglichen AKW befindet sich geschützte Naturlandschaften, u.a. der Nationalpark “Unteres Odertal”. Ein Atomkraftwerk inmitten dieser Landschaften würde nicht nur dem Tourismus einen erheblichen Rückschlag verpassen, sondern sich auch negativ auf das Ökosystem auswirken. Durch die Abwässer eines benachbarten Kohlekraftwerkes erwärmt sich die Oder bereits jetzt deutlich.

Risiken nicht abzusehen

Am 26. April 1986 wurden die Risiken der Atomenergie so deutlich wie noch nie. Die Katastrophe von Tschernobyl zeigt uns, wie unberechenbar die Atomenergie ist, wenn sie einmal außer Kontrolle gerät. Alleine die Möglichkeit eines Super-GAU und deren verheerenden Auswirkungen, macht die Energieform aus dem vergangenen 20. Jahrhundert unberechenbar.

Risikoreich sind nicht nur Atomkraftwerke selbst, sondern auch die Entsorgung des radioaktiven Materials. Wie uns der Skandal um das Endlager Asse deutlich zeigt. Deren Lasten müssen noch hundert Generationen nach uns tragen.

Der Atomausstieg der Rot-Grünen-Bundesregierung muss beibehalten werden. Als Vorreiter der Idee eines Atomstromfreien und auf erneuerbaren Energien aufbauenden Landes, können wir es nicht zulassen das uns unsere Nachbarn einen solchen altanbackenden Energie produzierenden Klotz vor die Nase stellen.

Gemeinsam ist besser

Deutschland exportierte allein im Jahr 2008 soviel Energie ins Ausland wie zwei Atomkraftwerke produzieren würden. Besonders Brandenburg ist reich an Energien. Das Land ist Vorreiter bei der Umsetzung von regenerativen Energien. Durch eine gemeinsame europäische Energiepolitik wäre es möglich, das Know-How und die Standortvorteile eines jeden Landes zu bündeln und so eine effiziente Energieversorgung in der EU herzustellen. Und das ohne Atomenergie.